Sehen/Hören

RAUM

Während seiner gesamten Geschichte machte es sich das Kino zur Aufgabe, uns unbekannte Welten zu zeigen oder die Welt, die wir bereits kennen, auf den Kopf zu stellen. Film bietet die Möglichkeiten, uns scheinbar bekannte Räume umzuinterpretieren. Die Filmfiguren halten sich in Räumen auf, die stets reich an Sinn und Symbolik sind und ihrerseits auf die Figuren einwirken. Aspekte, die es dabei zu beachten gilt, sind die Mise-en-scène, die Farbe, aber auch das Licht.

Mise-en-scène meint zunächst einmal das vom Theater entnommene Szenenbild. Im Gegensatz zur zeitlichen Anordnung des Editing geht es also um die räumliche Anordnung filmischer Elemente innerhalb des Bildkaders. Die räumliche Staffierung der Figuren, die Ausgestaltung der Kulissen, die Kostüme, das Make-Up – all diese Dinge gehören zur Mise-en-scène.

Hervorgehoben

Im frühen Kino hatte das Licht zunächst einmal die Aufgabe, Szenen so zu beleuchten, dass sie vom damals noch unempfindlichen Trägermaterial überhaupt abgebildet werden können. Mit dem Aufkommen der grossen Filmstudios konnte künstliches und natürliches Licht fortan als Stilmittel eingesetzt werden. Scheinwerfer richten unsere Aufmerksamkeit auf Objekte; Schatten lassen sie im Dunkel verschwinden; und beides zusammen sorgt für stilbildende Lichttexturen.

 
 

Farbe ist keineswegs realistischer als Schwarzweiss, sondern eröffnet in erster Linie neue künstlerische Möglichkeiten. So lohnt es sich bei vielen Filmen, die Farben eines Films nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern sich stattdessen zu fragen, wie die Farben eines Films in die Interpretation miteinbezogen werden können. Je nach Art der Arbeit kann es sich lohnen, zwischen den Eigentümlichkeiten eines spezifischen Farbfilmverfahrens (Technicolor, etc.), den mit Scheinwerfern in die Szene projizierten Farben und schliesslich die Farben der Gegenstände, die vor die Linsen kommen, zu unterscheiden. Dabei zeigt sich die Nähe zur und teilweise Überschneidung mit Fragen der Mise-en-scène. Mehr dazu hier.